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Einführung in die ständige medizinische Weiterbildung (CME)
Das medizinische Fachwissen wird täglich umfangreicher. Für die Gesundheitsberufe ist es daher unabdingbar, klinische, organisatorische oder pflegerische Entscheidungen aufgrund fundierter und verlässlicher Fachkenntnisse zu treffen.
Vertiefung
Qualifikation und Kompetenz des Gesundheitspersonals sind darüber hinaus ein legitimer Wunsch der Patientinnen und Patienten, die gegenüber der medizinischen Versorgung viel anspruchsvoller sind.
Vertiefung
Dass die berufliche Fort- und Weiterbildung der Fachkräfte einen hohen Stellenwert erlangen muss, war zwar schon im Gesetz Nr. 833/1978 zur Errichtung des staatlichen Gesundheitsdienstes verankert, aber erst das Legislativdekret Nr. 502 vom 30.12.1992 führte in Italien die kontinuierliche medizinische Fortbildung offiziell ein (Art. 16). Seit dem 1. Januar 2002 ist auch in Italien - ähnlich wie in vielen anderen Ländern - die ständige Fort- und Weiterbildung (CME) für alle Fachkräfte des Gesundheitswesens obligatorisch geworden. Das italienische CME-Rahmenprogramm, dem der Leitgedanke des lebenslangen Lernens (Lifelong Learning) zugrunde liegt, ist für alle Fachkräfte verbindlich, wie der Deontologische Kodex der verschiedenen Berufsverbände und -kammern ausdrücklich vorsieht. Gleichzeitig ist das Rahmenprogramm aber auch ein verbrieftes Recht aller Betroffenen, sofern sich der Gesundheitsdienst verpflichtet hat, die Fort- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals zu organisieren, zu regeln und zu fördern.
Die Durchführungsbestimmungen zum CME-Rahmenprogramm wurden ständig ausgebaut bzw. aktualisiert und können auf der Homepage der Autonomen Provinz Bozen oder (mit Ausnahme der Südtiroler Landesbestimmungen) auf jener des Gesundheitsministeriums nachgelesen werden.
Das CME-Rahmenprogramm betrifft somit alle Fachkräfte des Gesundheitswesens: Alle sind verpflichtet, jährlich eine bestimmte, von Jahr zu Jahr wachsende Mindestanzahl an Bildungsguthaben (CME-Punkte) zu sammeln, und zwar durch die Teilnahme an unterschiedlichen Bildungsmaßnahmen. Es können Präsenzveranstaltungen sein, Fernunterricht wie etwa Online-Kurse oder Lernen im Arbeitsumfeld, also direkt am Arbeitsplatz.
In Südtirol wird auch die Fort- und Weiterbildung im Ausland angerechnet.
Vertiefung
Die Aktualisierung der CME-Bestimmungen hat die Bedeutung der klinischen Steuerung in den Vordergrund gerückt. Gemeint ist damit die Abstimmung zwischen Management und Versorgung innerhalb der Gesundheitseinrichtungen. Die Förderung einer möglichst hohen beruflichen Kompetenz und deren ständiger Ausbau gehören inzwischen unumstritten zu den ausschlaggebenden Voraussetzungen für eine gerechte, effiziente und wirksame Steuerung des Gesundheitswesens.
Vertiefung
Das CME-Rahmenprogramm gliedert sich in eine gesamtstaatliche und in eine Landesebene und ist vollständig online verfügbar. Auch für die Kommunikation und den beidseitigen Informationsfluss können Fachkräfte von den vielen Vorteilen der ständig aktualisierten Internetseite profitieren.
Das CME-Rahmenprogramm betrifft die Fachkräfte des Gesundheitswesens auch dann, wenn sie als Dozent bzw. als Promoter (Bildungsanbieter) tätig sind. Das Gesundheitsministerium hat zusammen mit den Regionen und autonomen Provinzen für diese Zielgruppen genaue Kriterien festgelegt.
In diesem Abschnitt der Internetseite finden sich alle nötigen Hinweise darauf, wie der Antrag auf Akkreditierung für Fortbildungsveranstaltungen zu stellen ist. Derzeit ist die Online-Akkreditierung nur für Präsenzveranstaltungen möglich.
Im Vordergrund des CME-Rahmenprogramms stehen selbstverständlich die Bildungsziele, d.h. der Fachwissens- und Qualifikationsbedarf, den die zentrale Fachkommission auf der Grundlage der Versorgungsnachfrage sowie des allgemeinen Gesundheitszustandes der Bevölkerung festlegt.
Die von der ständigen Konferenz für die Beziehungen zwischen Staat und Regionen bzw. autonomen Provinzen festgelegten Bildungsziele von „nationalem" Interesse sind auf dieser Internetseite sowie auf jener des Gesundheitsministeriums nachzulesen.