Forstpolitik

Der Landesforstplan

Der Landesforstplan ist das Südtiroler Forstplanungsdokument, in dem die vom Land Südtirol, also der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, verfolgte Forststrategie festgehalten ist. Ziel des Landesforstplans ist es, den Akteuren des Forstsektors im weitesten Sinn ein Referenzdokument in die Hand zu geben, das den Weg zur Gewährleistung der langfristigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit aufzeigt.

Der Landesforstplan ist in Art. 3 des Legislativdekrets 227/2001 als Instrument zur Umsetzung des Nationalen Rahmenprogramms Forstwirtschaft auf lokaler Ebene, in Südtirol auf Landesebene, vorgesehen. Dieses Legislativdekret schreibt den Regionen und Autonomen Provinzen vor, "durch die Erstellung und Überarbeitung ihrer Forstpläne Leitlinien für den Schutz, Erhalt, die Aufwertung und Entwicklung des Forstsektors in ihrem Zuständigkeitsgebiet" aufzustellen. Schon im Februar 1989 hatte Südtirol bzw. das damalige Landesforstinspektorat, einen Landesforstplan erstellt. Er war als internes Planungsinstrument der Forstverwaltung gedacht und blieb es auch, weshalb er nie veröffentlicht wurde. Dieses Dokument enthielt einen allgemeinen Überblick des Landesgebiets und des Forstsektors und stellte eine Reihe von Leitzielen der Landesforstpolitik auf. Am Ende des Dokuments wurden die für die Umsetzung des Plans notwendigen Instrumente aufgelistet.

Der Landesforstplan aus dem Jahr 1989 ist auch nach 20 Jahren noch von großer Aktualität, sowohl im Hinblick auf seine Strukturierung als auch hinsichtlich der Inhalte. In den Zielen finden sich die Grundsätze und Kriterien der Nachhaltigkeit, die in den 1990er Jahren in den Interministeriellen Konferenzen zum Schutz der Wälder in Europa entwickelt wurden und die heute die Grundlagen der nachhaltigen Bewirtschaftung der Waldressourcen darstellen.

Der Landesforstplan ist das Ergebnis der Tätigkeit einer vom Amt für Forstplanung koordinierten Arbeitsgruppe innerhalb der Abteilung Forstwirtschaft, die ihre Arbeiten im Januar 2008 aufgenommen hat. An der Erstellung mitgewirkt haben die zentralen und peripheren Stellen der Abteilung Forstwirtschaft.

Das Dokument wurde den maßgeblichen Interessenvertretern des Südtiroler Forstsektors vorgelegt, um deren Meinung zu hören, ihre Anliegen zu diskutieren und ggf. in das definitive Dokument aufzunehmen, sofern diese nicht im Gegensatz zu den gesetzlichen Bestimmungen und zur Strukturierung des Planes gemäß der staatlichen Richtlinien ("Linee guida di programmazione forestale") stehen. In der Anlage 1 sind die verschiedenen der Abteilung Forstwirtschaft übermittelten Stellungnahmen der wichtigsten Interessensvertreter angeführt.

Der Landesforstplan wurde mit Beschluss der Landesregierung Nr. 161/06.02.2012 genehmigt.

Die Agenda Bergwald

Die Bergwälder zu nutzen, zu erhalten und nachhaltig zu entwickeln, ist das Ziel, das Südtirol, Trentino, Tirol und Bayern sowie das österreichische Agrarministerium gemeinsam verfolgen: Ein gemeinsames Strategiepapier - Agenda Bergwald - wurde an die EU-Kommission übergeben.