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Lawinenlagebericht

TRIEBSCHNEEHÄNGE BLEIBEN GRÖSSTE GEFAHRENSTELLEN

TRIEBSCHNEEHÄNGE BLEIBEN GRÖSSTE GEFAHRENSTELLEN / Die Beschreibung zur Karte der herrschenden Lawinengefahren ist im unten anschließenden Abschnitt „Lawinengefahr” zu finden.

Lawinengefahr

3 Erheblich Stufe 3 im Hochpustertal und in den östl. Dolomiten oberhalb von ca. 2200 m an steilen Triebschneehängen aller Expositionen. Die Gefahrenstellen sind allgemein gut erkennbar. Eine Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich. In einzelnen Fällen können eventuelle Lawinen bis in tiefere Schichten durchreißen und dadurch mittlere Dimensionen erreichen. Zu den wämsten Tageszeiten ist auch spontane Lawinenaktivität zu erwarten.
2 Mässig Stufe 2 nach einer klaren Nacht am Vormittag im Rest des LAndes oberhalb von ca. 1800 m. Die größten Gefahrenstellen sind auf allen Expositionen in den typischen Windschattenbereichen sowie an den Übergängen von wenig zu viel Schnee wie z.B. bei markanten Geländekanten, bei Rinnen, Mulden oder in Kammnähe anzutreffen und im Allgemeinen gut erkennbar. Die Auslösung einer Lawine ist insbesondere bei großer, an den ungünstigeren Standorten auch bei geringer Zusatzbelastung möglich. Zu den wärmsten Tageszeiten steigt die Lawinengefahr auf ERHEBLICH STUFE 3 an Steilhängen aller Expositionen. Eine Auslösung ist allgemein bei geringer Zusatzbelastung möglich, es sind spontane Nassschneelawinen und -rutsche möglich.

ALLGEMEINES / SCHNEEDECKENSITUATION

Am Alpenhauptkamm und in der Ortler-Cevedale Gruppe war es auch in den letzten Tagen großteils bewölkt mit leichten Schneefällen, im Rest des Landes sonniger. Der Wind wehte stark zum Teil auch stürmisch und böig aus NW. Die Temperaturen sind weiter kontinuierlich leicht angestiegen, Mittwoch Früh wurden auf 2000 m ca. -4° gemessen. Mittwoch recht sonnig mit hohen Wolken, markanter Temperaturanstieg in allen Höhenlagen und starker bis mäßiger NW-Wind. Die geringen Neuschneemengen der letzten Tage wurden vom starken Wind sofort verweht, ebenso wurde weiterhin auch der lockere Schnee der Altschneedecke in Windschattenbereiche eingetragen. Es sind wiederum verbreitet neue störungsanfällige und oberhalb von ca. 2400 m spröde Triebschneebretter unterschiedlicher Ausdehnung und Mächtigkeit entstanden. Die Verteilung der Schneedecke ist auf Grund des Windeinflusses sehr unregelmäßig. Die Schneedeckenbasis besteht an allen Expositionen aus großen Kristallen ohne Kohäsion und ist schwach. Die Oberfläche ist sehr unterschiedlich ausgebildet: es sind Windharschkrusten und Triebschneeansammlungen ebenso wie in windgeschützten und schattigen Bereichen pulvriger Schnee und an sonnenexponierten Hängen Schmelzharschkrusten anzutreffen.

Bergwetter

Schneedaten vom 17.03.2010 08,00 Uhr - Referenzquote 2000 m

Zone Schneehöhe
[cm]
Neuschnee
letzte 24h [cm]
Letzter Schneefall am
Westlicher Alpenhauptkamm und Oberer Vinschgau 55-100 cm 0-2 cm 17.03.2010
Zentraler Alpenhauptkamm 100-140 cm 0 cm 16.03.2010
Östlicher Alpenhauptkamm und Hochpustertal 80-120 cm 0-4 cm 17.03.2010
Ortler-Cevedale Gruppe 110-145 cm 0 cm 11.03.2010
Sarntaler und Nonsberger Alpen 70-130 cm 0 cm 11.03.2010
Dolomiten 100-135 cm 0 cm 16.03.2010

Tendenz

Wetter

Am Donnerstag und Freitag überwiegend sonnig mit einigen hohen, am Donnerstag zeitweise auch etwas dichteren Wolkenfeldern, frühlingshafte Temperaturen und mäßiger am Freitag schwacher W-Wind.

Lawinengefahr

Die Lawinengefahr nimmt im Osten des Landes in den nächsten Tagen langsam ab. Sie bleibt nach klaren Nächten großräumig am Vormittag MÄSSIG STUFE 2 oberhalb von 1800 m und steigt mit dem tageszeitlichen Temperaturanstieg auf ERHEBLICH STUFE 3 an Steilhängen aller Expositionen. Mit den milden Temperaturen und der Zunahme der Luftfeuchte können am Freitag in mittleren Lagen ev. Lawinen auch bis zum Boden durchreißen.

Donnerstag
ansteigend
ansteigend
lokal ansteigend
lokal ansteigend
gleich bleibend
gleich bleibend
lokal sinkend
lokal sinkend
sinkend
sinkend
Freitag
ansteigend
ansteigend
lokal ansteigend
lokal ansteigend
gleich bleibend
gleich bleibend
lokal sinkend
lokal sinkend
sinkend
sinkend

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Gefahren­stufen

grün: gering 1 - gering

X SCHLIESSEN

1 - gering

grün: gering

Die Schnee­decke ist allgemein gut ver­festigt und stabil.

Aus­lös­ung ist allgemein nur bei grosser Zusatz­belastung (z. B. Ski­fahrer­gruppe ohne Ab­stände, Pisten­fahr­zeug, Lawinen­sprengung) an sehr wenigen, extremen Steil­hängen möglich. Spontan sind nur kleine Lawinen (sogenannte Rutsche) möglich.

All­gemein sichere Touren­verhält­nisse.

Keine Gefährd­ung.

gelb: mäßig 2 - mäßig

X SCHLIESSEN

2 - mäßig

gelb: mäßig

Die Schnee­decke ist an einigen Steil­hängen (im Lawinen­bulletin im all­gemeinen näher beschrieben [z. B. Höhen­lage, Exposition, Gelände­form, etc.]) nur mässig ver­festigt, ansonsten allgemein gut ver­festigt.

Auslösung ist insbe­sondere bei grosser Zusatz­belastung (z. B. Ski­fahrer­gruppe ohne Abstände, Pisten­fahrzeug, Lawinen­sprengung) vor allem an den ange­gebenen Steil­hängen möglich.

Grössere spontane Lawinen sind nicht zu erwarten. Unter Be­rück­sichtigung lokaler Gefahren­stellen günstige Touren­ver­hält­nisse.

Kaum Gefährdung durch spon­tane Lawinen.

orange: erheblich 3 - erheblich

X SCHLIESSEN

3 - erheblich

orange: erheblich

Die Schnee­decke ist an vielen Steil­hängen (im Lawinen­bulletin im allgemeinen näher beschrieben [z. B. Höhen­lage, Exposition, Gelände­form, etc.]) nur mässig bis schwach verfestigt.

Aus­lös­ung ist bereits bei geringer Zusatz­belast­ung (z. B. einzelner Ski­fahrer, Fuss­gänger; mässig steiles Gelände: Hänge flacher als 30 Grad; Steil­hänge: Hänge die steiler als rund 30 Grad abfallen; extreme Steil­hänge: besonders ungünstig bezüg­lich Neigung, Gelände­form, Kammnähe, Boden­rauhigkeit; spontan: ohne mensch­liches Dazutun) vor allem an den ange­gebenen Steil­hängen möglich.

Fall­weise sind spontan einige mittlere, vereinzelt aber auch grosse Lawinen möglich. Ski­touren erfordern lawinen­kund­liches Be­urteilungs­vermögen; Touren­möglich­keiten einge­schränkt.

In Aus­nahme­fällen könnten spontane Lawinen exponierte Ver­bindungs­wege, Auf­stiegs­anlagen und Ski­pisten gefähr­den.

rot: groß 4 - groß

X SCHLIESSEN

4 - groß

rot: groß

Die Schnee­decke ist an den meisten Steil­hängen (im Lawinen­bulletin im allgemeinen näher beschrieben [z. B. Höhen­lage, Exposition, Gelände­form, etc.]) schwach verfestigt.

Aus­lös­ung ist bereits bei geringer Zusatz­belastung (z. B. einzelner Ski­fahrer, Fuss­gänger; mässig steiles Gelände: Hänge flacher als 30 Grad; Steil­hänge: Hänge die steiler als rund 30 Grad abfallen; extreme Steil­hänge: besonders ungünstig bezüglich Neigung, Gelände­form, Kammnähe, Boden­rauhig­keit; spontan: ohne menschliches Dazutun) an zahlreichen Steil­hängen wahr­scheinlich.

Fallweise sind spontan viele mittlere, mehrfach auch grosse Lawinen zu erwarten. Ski­touren erfordern grosses lawinen­kundliches Be­urteilungs­vermögen; Touren­möglich­keiten stark ein­geschränkt.

Die Lawinen sind vorallem mittlerer, mehrfach auch grosser Dimension; exponierte Ver­bindungs­wege, Auf­stiegs­anlagen oder Skipisten sollten mit Vor­sichts­mass­nahmen belegt werden.

rot/schwarz: sehr groß 5 - sehr groß

X SCHLIESSEN

5 - sehr groß

rot/schwarz: sehr groß

Die Schnee­decke ist allgemein schwach verfestigt und weit­gehend instabil.

Spontan sind zahl­reiche grosse Lawinen, auch in mässig steilem Gelände zu erwarten.

Ski­touren sind allgemein nicht möglich.

Aus bekannten Lawinen­strichen muss mit grossen Tal­lawinen gerechnet werden. Exponierte Ver­bindungs­wege und Auf­stiegs­anlagen sollten gesperrt werden. Die Evakuierung von exponierten Gebäuden ist ratsam.

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