9. Mai 2020 - Europatag

Der 9. Mai ist ein ganz besonderer Tag für Europa. Es ist der Tag, an dem wir jedes Jahr feiern, dass wir in Europa in Frieden und Einheit leben. Deshalb wird der 9. Mai auch Europatag genannt.

Am 9. Mai 1950 hielt der damalige französische Außenminister Robert Schuman in Paris eine Rede, in der er seine Vision einer neuen Art der politischen Zusammenarbeit in Europa vorstellte – eine Zusammenarbeit, die Kriege zwischen den europäischen Nationen unvorstellbar machte.

Seine Idee war die Schaffung einer überstaatlichen europäischen Institution zur Verwaltung und Zusammenlegung der Kohle- und Stahlproduktion. Knapp ein Jahr später wurde eine solche Institution eingerichtet. Robert Schumans Vorschlag gilt als Grundstein der heutigen Europäischen Union.

In diesem Jahr jährt sich diese sogenannte Schuman-Erklärung zum 70. Mal. Und es steht noch ein Jubiläum an: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Interreg-Programme feiert ihr 30. Jubiläum.


70 Jahre Schuman-Erklärung


Robert SchumanAm 9. Mai 1950 schlug der französische Außenminister Robert Schuman in einer Rede die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) vor, deren Mitglieder ihre Kohle- und Stahlproduktion zusammenlegen sollten.

Die EGKS (Gründungsmitglieder: Frankreich, Deutschland, Italien, Niederlande, Belgien und Luxemburg) war die erste einer Reihe supranationaler europäischer Institutionen, die schließlich zur heutigen Europäischen Union wurden.

Historischer Hintergrund

Im Jahr der Schuman-Erklärung kämpften sich die europäischen Nationen noch mühsam aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs hervor, der erst fünf Jahre zuvor zu Ende gegangen war.

Um weiteren Kriegen vorzubeugen, einigten sich die Regierungen einiger europäischer Länder darauf, ihre Kohle- und Stahlproduktion zusammenzulegen. Auf diese Weise wollten sie einen weiteren Krieg zwischen den Erzrivalen Frankreich und Deutschland nach dem Wortlaut der Schuman-Erklärung „nicht nur undenkbar, sondern materiell unmöglich“ machen.

Sie gingen zu Recht davon aus, dass ein Zusammenschluss ihrer wirtschaftlichen Interessen eine Erhöhung des Lebensstandards zur Folge haben würde. Der erste Schritt zu einem geeinten Europa war getan. Die Mitgliedschaft in der EGKS stand auch anderen Ländern offen.

Herausragende Zitate

Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.

Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung. Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.

Die Zusammenlegung der Kohle- und Stahlproduktion wird [...] die Bestimmung jener Gebiete ändern, die lange Zeit der Herstellung von Waffen gewidmet waren, deren sicherste Opfer sie gewesen sind.

Weiterführende Informationen


30 Jahre Interreg


30 Jahre InterregIm Jahr 2020 wird das 30-jährige Bestehen von Interreg begangen, jenen symbolträchtigen EU-Programmen, mit der die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Grenzregionen gefördert wird.

Bei der im Jahr 1990 eingeleiteten Europäischen territorialen Zusammenarbeit (besser bekannt als „Interreg“) handelt es sich um eine Maßnahme der Kohäsionspolitik, die den Rahmen bildet, in dem nationale, regionale und lokale Akteure aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten gemeinsame Projekte durchführen und sich über Vorgehensweisen austauschen können. Das übergeordnete Ziel der Europäischen territorialen Zusammenarbeit besteht darin, eine harmonische wirtschaftliche, soziale und territoriale Entwicklung der gesamten Union zu fördern. Interreg umfasst drei Bereiche der Zusammenarbeit: grenzübergreifend (Interreg A), transnational (Interreg B) und interregional (Interreg C).

Bisher gab es fünf Interreg-Programmplanungszeiträume: Interreg I (1990-1993), Interreg II (1994-1999), Interreg III (2000-2006), Interreg IV (2007-2013) und Interreg V (2014-2020).

Die Interreg-Kooperationsprogramme erstrecken sich auf den gesamten europäischen Kontinent und sind im Programmplanungszeitraum 2014-2020 mit einem europäischen Gesamtbudget von über 12 Mrd. EUR, einschließlich der Beiträge der EU und der Mitgliedstaaten, ausgestattet.

Die Autonome Provinz Bozen ist seit Anfang an Teil der Interreg Programme und hat mit ihren Projekten maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Entwicklung Südtirols beigetragen. Im Programm Interreg-Italien nimmt das Amt für europäische Integration seit dem Jahr 2000 sogar die Rolle der Verwaltungsbehörde ein.

Aktuell werden knapp 100 grenzüberschreitende Projekte mit Südtiroler Beteiligung in sechs Interreg-Programmen umgesetzt. Diese Projekte setzten unter anderem Maßnahmen in den Bereichen Forschung, Innovation, Nachhaltigkeit, Kultur, Institutionelle Zusammenarbeit, Tourismus und Transport um.

Die Autonome Provinz Bozen-Südtirol ist an folgenden 6 Interreg-Programmen beteiligt:

Weiterführende Informationen

Broschüren zum Thema

Gründerväter EU

Die Gründungsväter der EU

Europa und der Mond

Europa und der Mond

Interreg Climate Change

Interreg addressing Climate Change: the power of cooperation for a Greener Europe

Europa in 12 Lektionen

Europa in 12 Lektionen

Entdecke Europa!

Entdecke Europa!

EU funktioniert

So funktioniert die Europäische Union

EU Strukturfonds in Südtirol

Die neuen EU Strukturfonds in Südtirol bis 2020

Erfolgsgeschichte Europa

Erfolgsgeschichte Europa

ETC Building Bridges

European Territorial Cooperation: building bridges between people

Filme zum Thema

Hier finden Sie mehrere Filme zum Thema 70 Jahre Schuman-Erklärung:

Hier finden Sie Filme zu einigen Projekten aus dem Programm Interreg Italien-Österreich: