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Rutschung Corvara und Grödnerjoch
Forschungsprojekte zur „Feststellung der Gefährlichkeit der Rutschung Corvara“ und zu „Untersuchungen an der Rutschung Grödnerjoch“, Provinz Bozen, Südtirol
Die Universität Modena und Reggio Emilia (Institut für Erdwissenschaften) und der Consiglio Nazionale delle Ricerche in Padua (Istituto di Ricerca per la Protezione Idrogeologica, CNR-IRPI) betreiben seit vielen Jahren geomorfologische und angewandte geologische Forschungstätigkeiten in der Umgebung von Corvara im Gadertal zur Feststellung der Gefahrenmomente, die von den dortigen Massenbewegungen (Rutschungen) ausgehen.
Zu Beginn, genauer seit 1997, wurden diese Studien im Rahmen des EU-Projektes NEWTECH durchgeführt. Seit dem Jahr 2000 folgten weitere Finanzmittel über neue EU-Projekte (ALARM, OASYS) und vor allem über eine Konvention mit der Autonomen Provinz Bozen, wobei die Arbeiten vom Amt 11.6 – Geologie und Baustoffprüfung koordiniert und die Mitarbeit der Abteilung 30 – Wasserschutzbauten, des Amtes 30.4 – Sonderbetrieb für Bodenschutz, Wildbach- und Lawinenverbauung, Zone Ost, des Amtes 32.3 – Forstplanung und der Gemeinde Corvara vereinbart wurden.
Im Rahmen jener Konvention wurde besonderes Augenmerk auf die Untersuchung und die Überwachung der Rutschung Corvara gelegt, die sich in den Hängen zwischen Col Alto und Pralongià befindet und sich insgesamt über eine Fläche von mehr als 3,5 km² erstreckt. Diese Rutschung, klassifizierbar als Rutschung/Erdstrom mit langsamen Bewegungen, hat sicherlich bereits jeder bemerkt, der sich beim Befahren der SS 244 zum Campolongopass über die Straßenschäden geärgert hat; sie sind die Zeugen der aktuellen Entwicklung des Ablagerungsbereiches dieser Massenbewegung wie auch die Geländeschäden am nahen Golfplatz!
Im selben Kontext wurden die Untersuchungen und die Überwachung der Rutschung Grödnerjoch durchgeführt, die sich an den Abhängen des Puez-Gardenazza-Massivs auf der Höhe des Passes befindet und sich über eine Fläche von ca. 2,5 km² erstreckt. Auch diese Massenbewegung, klassifizierbar als Felsrutschung/Erdstrom mit langsamen Bewegungen, hat sicherlich bereits jeder bemerkt, der sich beim Befahren der SS 243 zum Grödnerjoch über die Straßenschäden geärgert hat; sie sind die Zeugen der aktuellen Entwicklung des Ablagerungsbereiches!
An beiden Rutschphänomenen wurden eine Unzahl von Geländeerhebungen, Überwachungs- und Kontrollmessungen durchgeführt, um die aktuellen Bewegungsgeschwindigkeiten und die Menge des sich bewegenden Materials bestimmen zu können. Aus diesen Daten wurden, speziell für die Rutschung Corvara, mögliche Ereignisszenarien und Gefahrenbeurteilungen ausgearbeitet und Milderungsmaßnahmen vorgeschlagen.
Die Studien an beiden Massenbewegungen wurden 2005 abgeschlossen und die entsprechenden technischen Berichte (Rutschung Corvara 6,3MB / Rutschung Grödnerjoch 2,5MB – download pdf) liegen nun, ausschließlich in italienischer Sprache, vor.
Der Diplomand Nicola Caroli hat 2009 unter der Leitung von Prof. Alessandro Corsini und Prof. Mauro Soldati (Universität Modena und Reggio Emilia, mathematische, physikalische und naturwissenschaftliche Fakultät) die GPS-Vermessungen der Jahre 2001-2008 in der Rutschung Corvara analysiert und hat, neben ausführlichen Betrachtungen zur GPS-Methodik selbst, die sehr interessanten Ergebnisse zusammengefasst.
(download Diplomarbeit pdf 3MB, hochauflösende Kartographie pdf 12MB)
* Universität Modena und Reggio Emilia:
corsini.alessandro@unimore.it
* Amt 11.6 – Geologie und Baustoffprüfung
volkmar.mair@provinz.bz.it
* Abteilung 30 – Wasserschutzbauten:
markus.sperling@provinz.bz.it
Fotos
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