Tag der Autonomie 2014

News 2015

ADA-Datenbank räumt Alibi für rein männlich besetzte Podien aus

Expertinnen und Fachfrauen für öffentliche Veranstaltungen und Interviews können jetzt einer Datenbank entnommen werden - Weiterer Schritt zum Erreichen der Chancengleichheit

BOZEN (LPA). Das Land Südtirol strebt eine gerechte Darstellung der Geschlechter in den Medien und eine verstärkte Sichtbarkeit von Frauen in der öffentlichen Diskussion an. Deshalb haben der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen und das Frauenbüro in Zusammenarbeit mit der Landesabteilung Informatik eine Expertinnendatenbank errichtet, die es ermöglicht, Fachfrauen aus jedem Bereich zu Veranstaltungen und Interviews einzuladen. Die Maßnahme, die im Rahmen des Gleichstellungsaktionsplans ¿quitas und der Beteiligung an der Initiative "No Women No Panel" verwirklicht wurde, wurde am 2. März bei einer Netzwerkveranstaltung im Innenhof des Palais Widmann vorgestellt. 

"Mittlerweile gibt es mehr weibliche Studentinnen und Universitätsabsolventinnen als männliche Studierende. Angesichts dieser Tatsache scheint es paradox, dass in den Medien, bei Interviews oder Gesprächsrunden meist männliche Experten gefragt werden und daran teilnehmen“, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher, in dessen Zuständigkeit auch die Chancengleichheit fällt. Diesen Automatismus gelte es zu durchbrechen und den Frauen mehr Sichtbarkeit zu geben. Bereits 2024 hatte das Land Südtirol beschlossen, der Initiative "No Women No Panel" beizutreten und das entsprechende Einvernehmensprotokoll mit der RAI, der Freien Universität Bozen und der Gemeinde Bozen zu unterzeichnen. 

Sichtbarkeit für Fachfrauen: die neue Datenbank ADA

Um konkret ein hilfreiches Instrument zur Verbesserung der Sichtbarkeit von Frauen zur Hand zu haben, wurde die öffentliche Datenbank ADA entwickelt, wie Francesco Trevisan vom Frauenbüro erläuterte. "ADA ist eine Datenbank für Frauen mit beruflichen Qualifikationen, Führungsfähigkeiten und fachspezifischen Kenntnissen, die in Südtirol wohnhaft oder hier beruflich tätig sind", erklärte Trevisan. Auf diese Weise sind Expertinnen für Medien, Unternehmen und Institutionen leichter auffindbar. Interessierte Frauen können sich in der Datenbank registrieren. Sie ist nach der britischen Mathematikerin und als erste Programmiererin bezeichneten Ada Lovelace benannt. "Es ist wichtig, dass sich die Datenbank in den kommenden Wochen mit Leben füllt und schon bald viele Kontakte zu Frauen mit den verschiedensten Fachkenntnissen verfügbar sind“, so Trevisan.

"In einer Zeit, in der Gleichstellung und Diversität mehr denn je gefordert werden, ist es unerlässlich, dass Frauen nicht nur als Statistinnen, sondern als Expertinnen in allen Bereichen anerkannt werden. Die vom Gleichstellungsaktionsplan vorgesehene Expertinnendatenbank ist ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass weibliche Stimmen gehört und ernst genommen werden. Es reicht nicht aus, Frauen 'mitgemeint' zu haben – sie müssen aktiv an den Entscheidungstischen sitzen", forderte Ulrike Oberhammer, die Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit für Frauen. Stellvertreterin Nadia Mazzardis fügte hinzu: "Die Datenbank ADA verwandelt Kompetenz in konkrete Zugänglichkeit: eine Plattform, die Talent auffindbar macht und es ermöglicht, Expertinnen aus verschiedenen Bereichen kennenzulernen und zu finden. Keine Ausreden und keine Alibis mehr für rein männlich besetzte Podien."

Die Netzwerkveranstaltung wurde mit einem Impulsvortrag von Sarah Meraner, Redakteurin, Autorin und Künstlerin, abgeschlossen, die zum Thema "Das Patriarchat ist ein Mistkerl" sprach und darauf einging, wie Frauen historisch und strukturell unsichtbar gemacht wurden. Speakerin Diletta La Rosa trug mit ihrer Performance "Keine Entschuldigungen!" zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Weitere Informationen beim Frauenbüro des Landes unter serviziodonna@provincia.bz.it oder Tel. 0471 41 41 41. 

pir


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