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Cësa di Ladins: gemeinsames Projekt für ladinische Identität
Land und Grödner Gemeinden vereinbaren Neubau des Museums und Schaffung eines Kulturzentrums - Konvention regelt Aufteilung der Kosten
BOZEN (LPA). Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Cësa di Ladins haben das Land Südtirol und die vier Gemeinden St. Ulrich, St. Christina, Wolkenstein und Kastelruth am 8. Jänner in Bozen ihr gemeinsames Engagement für den Erhalt und die Weiterentwicklung der ladinischen Kultur in Gröden bekräftigt. Das Projekt schafft die Grundlage für einen zentralen Ort der ladinischen Sprachgruppe und setzt ein deutliches Zeichen für den Schutz und die Förderung kultureller Minderheiten.
Die Cësa di Ladins in St. Ulrich wird zu einem modernen, funktionalen und identitätsstiftenden Zentrum ausgebaut, das der ladinischen Gemeinschaft langfristig Raum bietet. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf 21,56 Millionen Euro. Das Land Südtirol, die Union di Ladins de Gherdëina und die beteiligten Gemeinden tragen das Vorhaben gemeinsam.
Landeshauptmann Arno Kompatscher, Bürgermeisterin Cristina Pallanch (Kastelruth), die Bürgermeister Tobia Moroder (St. Ulrich), Christoph Senoner (St. Christina) und Tobias Nocker (Wolkenstein) hoben die Bedeutung des Projektes für die ladinische Kultur hervor. "Die Cësa di Ladins wird ein sichtbares Zeichen für die lebendige ladinische Identität sein. Sie verbindet Geschichte, Sprache und gelebte Tradition mit der Zukunft", betonte Kompatscher.
Ein zentrales Element des Projekts bildet das Museum Gherdëina, das als kulturelles Herzstück der ladinischen Geschichte im Grödner Tal gilt. Das Museum erhält moderne, zeitgemäße Ausstellungsräume, die eine zeitgemäße Vermittlung von Geschichte, Kunst und Alltagskultur ermöglichen. Gleichzeitig werden neue Impulse für Bildung, Forschung und Tourismus gesetzt. In der Cesa de Ladins werden die ladinische Bibliothek, ein Multifunktionsraum, Büroräume der Union Generela di Ladins Dla Dolomites und Redaktionsräume der Wochenzeitschrift La Usc di Ladins untergebracht. Multifunktionssaal untergebracht.
Besondere Bedeutung kommt auch den neu geschaffenen Vereinsräumen zu, die Platz für Begegnung, Austausch und ehrenamtliches Engagement bieten. Sie stärken das soziale und kulturelle Gefüge der ladinischen Gemeinschaft nachhaltig. Vereine, Kulturschaffende sowie Vertreterinnen und Vertreter der ladinischen Sprache und Bildung finden hier künftig eine gemeinsame Heimat.
"Mit einem neuen kulturellen Zentrum werden wir die ladinische Sprache und Kultur der Dolomiten noch besser wertschätzen und wachsen lassen können. Die Cësa di Ladins wird nicht nur ein würdiger Ort für die ladinische Sprache und Tradition sein, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt für unsere Gemeinschaft“, betonte Sofia Stuflesser, Präsidentin der Union di Ladins de Gherdëina, und dankte allen die das Zentrum für ladinische Identität unterstützen.
pio

