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Landesregierung legt Radonkarte für Südtirol fest: Infos und Vorsorge

Radonrisikogebiete erstmals von Landesregierung definiert, um Menschen zu informieren und Vorsorgemaßnahmen zu erleichtern - EU-Vorgaben werden damit umgesetzt.

BOZEN (LPA). Die Landesregierung hat auf Vorschlag von Umwelt- und Raumentwicklungslandesrat Peter Brunner erstmals die Radonrisikogebiete in Südtirol festgelegt. Diese sind auf einer Karte dargestellt, welche auch auf der Website der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz einsehbar ist. Grundlage sind Messungen der vergangenen 20 Jahre, die die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz ausgewertet hatte. Die Einstufung folgt zudem einer EU-Vorgabe, der auch Südtirol nachkommen muss. Orte, an denen bestimmte Grenzwerte überschritten werden, gelten dabei als Risikogebiet.

Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Gas, das aus dem Boden in Gebäude eindringen und sich besonders in Kellern und Erdgeschossen anreichern kann. Bei langfristig hohen Konzentrationen steigt das Risiko für Lungenkrebs deutlich, nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist Radon nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache. Die Einstufung der Gemeinden bedeutet aber nicht, dass sofort Gefahr besteht. "Die Radonkarte soll informieren. Die Karte zeigt, wo wir genauer hinschauen sollten. Für die Menschen heißt das vor allem: bewusst vorsorgen und einfache Maßnahmen setzen", betont Landesrat Brunner.

Der Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz Luca Verdi ergänzt: "Radon ist ein Edelgas und kann mit unseren Sinnesorganen nicht wahrgenommen werden. Daher sind Messungen notwendig und ratsam, um dessen Konzentration zu bestimmen. Somit erkennen wir, inwiefern und ob Handlungsbedarf besteht. Einfache Maßnahmen haben schon eine positive Wirkung: Lüften, kleine bauliche Anpassungen oder das Abdichten von Kellerräumen können die Werte deutlich senken."

In den ausgewiesenen Risikogebieten werden weitere Messungen durchgeführt, insbesondere in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Räumen für den öffentlichen Wohnbau. Zudem will das Land noch genauer informieren, um Eigentümerinnen und Eigentümer zu motivieren, freiwillig Messungen in ihren Häusern vorzunehmen.

Die Radonrisikogebiete werden regelmäßig aktualisiert. Ziel ist es, die Gesundheit der Menschen bestmöglich zu schützen.

Informationen: https://umwelt.provinz.bz.it/de/strahlung/radonkarte

san

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